Die kleinen großen Herausforderungen

Am Donnerstag war ich endlich mal wieder auf einem Konzert.

Das 3 Konzerte, auf das ich mich nach meiner Erkrankung getraut habe.

Ich muss dazu sagen, seit meiner Operation kann ich nicht mehr besonders lange stehen und gehen. Nach einer gewissen Zeit wird es für mich zur Tortur. Mein Bein schwillt dann an, die Schmerzen kommen und ich kann nur noch schlecht laufen.

Klar war, Sitzmöglichkeiten wird es dort nicht geben und um nach Behindertenplätzen zu fragen...da kam mal wieder der -vielleicht auch falsche- Stolz in mir durch.

Mittlerweile sind meine Freunde und ich so eingespielt, dass sie immer schon Plätze suchen wo ich mich auch hinsetzten kann. Auch jetzt wieder. Es gab ein Podest extra für Behinderte. Ich selbst wollte natürlich nicht da drauf, auch wenn ich nicht mehr stehen konnte. Wenn ich eins schlecht ertragen kann, dass sind es die Blicke von anderen Menschen.

Diese muss ich immer wieder über mich ergehen lassen. Mittlerweile sehe ich wieder wie eine normale 27 jährige aus, die wieder Haare hat und nicht mehr auf Hilfsmittel angewiesen ist. Trotzdem habe ich einen Behinderten-Parkausweis. Ich musste schon viele böse Kommentare über mich ergehen lassen, wenn ich auf einem solchen Parkplatz geparkt habe. Ich bin dann immer hin und her gerissen. Böse, weil die Menschen so viele Vorurteile haben und oberflächlich sind, aber auch froh das ich in der Menge nicht mehr als Behinderte auffalle.

Nun ja, da war ich nun auf dem Konzert. Auf das Podest durfte ich nicht, das hätte ich vorher anmelden müssen. Also nahm ich die für mich persönlich die angenehmere Variante. Ich suchte mir eine Ecke, wo ich mich auf den Boden setzten konnte.

Ja okay, elegant sieht leider anders aus, wenn ich wieder aufstehe, weil ich es einfach nicht mehr anders kann. Aber ich habe auf viele betrunkene Menschen um mich herum gehofft. 

Und dann kam die riesen Schlange am Ende des Konzerts. Ich wäre am liebsten einfach umgekippt, weil ich den ganzen Tag schon in Köln unterwegs war und einfach nicht mehr konnte.

Aber da war er wieder...der Wille nicht als Behinderte aufzufallen und der Wunsch eine ganz normale 27 jährige zu sein, die auf einem tollen Disclosure Konzert war.  

Aber es war wieder eine kleine, große Herausforderung die ich für mich geschafft habe... 

 

13.2.16 15:08

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